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where centuries meet

Tokyo zeigt seine Zukunft, ohne seine Herkunft zu verdrängen. Ein besonderes Beispiel ist für mich dieses Bild: der Tokyo Tower hinter zwei traditionellen Tempeldächern – moderne Metropole und jahrtausendealte Kultur unmittelbar nebeneinander, nicht als Gegensatz, sondern als selbstverständlicher Teil derselben Stadt.

Der 1958 fertiggestellte, vom Eiffelturm inspirierte Tokyo Tower steht dabei selbst wie kaum ein anderes Bauwerk für Japans Aufbruch in die Moderne.

Tokyo ist geprägt von gewaltiger, hochmoderner Architektur. In Ginza, Roppongi oder rund um Tokyo Station bestimmen gläserne Fassaden, Licht, Verkehr und gigantische Towers das Bild. Als Besucher kann man von dieser Kulisse so überwältigt sein, dass man die kleinen Dinge daneben beinahe übersieht.

Und gerade diese kleinen Dinge erzählen für mich oft sehr viel mehr über Japan als die spektakuläre Kulisse allein. Japan zeigt seine Kultur – und steht sichtbar zu ihr, anstatt sie aus dem Stadtbild zu verdrängen.

Expeditionsgeschichte

Der Tokyo Tower steht in Shiba-kōen, einer grünen, beinahe ruhigen Oase mitten im geschäftigen Tokyo. Schon dort begegnet einem etwas, das mich in Japan immer wieder fasziniert: diese selbstverständliche Symbiose aus Tradition und Moderne.

Neben einem modernen Hochhaus steht ein alter Schrein, zwischen Neubauten erscheint plötzlich ein traditionelles Dach. Kultur und Herkunft behalten ihren Platz – auch mitten in einer Stadt, die mit ungeheurer Geschwindigkeit in die Zukunft baut.Als Fotograf gehe ich deshalb mit ganz anderen Augen durch eine solche Stadt.

Mit der Kamera sucht man genauer: nach Details, ungewöhnlichen Linien und nach Situationen, in denen scheinbar Gegensätzliches in einem einzigen Bild zusammenkommt. 

Ich lief praktisch einmal um den Tokyo Tower herum, auf der Suche nach einer Perspektive, die mehr zeigte als die klassische Ansicht dieses bekannten Bauwerks.Meine Runde war schon beinahe beendet.

Vor mir lagen die alten, traditionellen Dächer, dahinter erhob sich der 333 Meter hohe Tokyo Tower – groß, technisch, modern. Jetzt musste nur noch der richtige Ausschnitt entstehen, damit beide Ebenen ihre Wirkung behielten und diese ungewöhnliche Verbindung selbstverständlich wirkte.

Vielleicht ist genau das eines der Dinge, die mich an Japan so faszinieren: Eine moderne Metropole kann nach vorn schauen und trotzdem sichtbar zeigen, woher sie kommt.
Zwei historische Dächer.


Ein Tokyo Tower. 
Ein Bild.
Expedition in Light.